Katholische HochschulGemeinde Nürnberg Wintersemester 2009/2010 |
|
Was ist eine „Exposure“? (Aktualitätsstand dieser Website und der darin enthaltenen Informationen: 13.01.2010) Der Begriff „Exposure“ bedeutet „sich aussetzen“ oder „ausgesetzt sein“. Während einer bestimmten Zeit lässt man die gewohnte Lebens- und Umwelt hinter sich, um sich auf eine neue soziale, kulturelle und ethnische Realität einzulassen. Eine solche „Exposure“ setzt Information voraus, damit man absehbare Erfahrungen besser erkennen, verstehen und deuten kann und man sich, wenn man diesen Menschen letztlich begegnet, auch kompetent mit ihnen unterhalten kann. Ein zentrales Element dieser Reise ist, dass die Teilnehmer während der meisten Zeit in Belize individuell Gast einer Maya-Familie sind und so eine intensive Möglichkeit geboten bekommen, Kultur und Mentalität der heutigen Mayas kennenzulernen. Warum die Maya Indianer? Der Reise-Organisator Jörg Alt SJ war von 2005-2008 Pfarrer in Punta Gorda (Toledo District), dem südlichsten Ende von Belize, wo die Q’eqchi Maya zu Hause sind. Dort baute er die Strukturen einer Jugendarbeit auf, die heute die meisten aller Dörfer in der Pfarrei umfasst. Die Pfarrei St. Peter Claver und deren Jugendgruppe sind deshalb Projektpartner dieser Reise. Die Kultur und Lebensweise der Q'eqchi Maya ist in vielen Bereichen bis heute von Werten und Verhaltensmustern geprägt, die hunderte von Jahre alt sind und die erst allmählich durch globalisierungsbezogene Entwicklungen mit der Moderne konfrontiert werden. Die Dörfer allerdings, in denen die Teilnehmer während der Exposure untergebracht würden, sind jene entlang der guatemaltekischen Grenze, in denen diese kulturellen Eigenarten noch am stärksten ausgeprägt und lebendig sind. Was bringt mir die Teilnahme? Man kommt in Kontakt mit den Nachkommen einer faszinierenden Hochkultur und kann dabei entdecken, dass das Erbe der Ahnen auch heute noch unter diesen Menschen lebendig ist. Man versteht, dass man die Welt auch ganz anders erleben und interpretieren kann als wir es im Westen gewöhnt sind. Die Welt ist ein lebendiges Ganzes, nicht aber ein Ding, welches wir ausbeuten oder technisch manipulieren können. Gott ist eine Realität im Alltag, nicht eine ferne Hypothese, um die ich mir keine Gedanken machen muss. Sehr lehrreich kann auch der Blickwinkel einer Kultur am Rande der globalisierten Weltgesellschaft auf die globale westliche Leitkultur sein. Man entdeckt Schwachstellen, aber auch Möglichkeiten, diese Schwachstellen auszubessern. Schließlich kann man erleben, dass Armut nicht unbedingt ein Fluch sein muss, sondern eine Chance, das wesentliche im Leben zu bewahren: Solidarität, Gemeinschaft und einen Blick über den Alltag, ja das irdische Leben hinaus, mit viel Gelassenheit und Fröhlichkeit. Warum Belize? Der große Vorteil von Belize ist, dass es ein englischsprachiges Land ist und eine Verständigung über Schulkinder und High-School-Studenten deshalb auf Englisch gut möglich ist. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten im Süden von Belize recht niedrig, ein willkommener Ausgleich zu den relativ hohen Flugkosten. Programmelemente Die Reise besteht aus drei verpflichtenden Elementen: · Ein Vorbereitungstreffen · Die Reise selbst · Ein Nachbereitungstreffen Vorbereitungstreffen Das Vorbereitungstreffen in Nürnberg dient dazu, dass sich die Reiseteilnehmer kennenlernen. Da man drei Wochen unter ungewohnten und für einige auch schwierigen/fordernden Lebensbedingungen verbringen wird, ist dies wichtig für das Gelingen der Reise insgesamt. Daneben gibt es natürlich Informationen zu Belize und den Maya-Indianern, Abklärung offener Fragen, Besprechung der Vorbereitung, ggf. auch, was man aus Europa mitnehmen könnte, um den Menschen vor Ort zu helfen, bzw. was hilft, um mit den Maya in Kontakt und ins Gespräch zu kommen (was vor allem über die Kinder leicht geht). Die Exposure hat sodann einen starken religiös-spirituellen Akzent: Wer die Welt der Maya verstehen will, muss ein Vorverständnis von Spiritualität besitzen. Da diese Reise von Katholischen Hochschulgemeinden getragen wird, ist sie auch als eine Begegnung zwischen Christen gedacht. Reise (Vorläufiges Programm) 28.7. Abflug vom Flughafen Frankfurt 29.7. Ankunft auf dem Philip Goldson Flughafen von Belize City, Bustransfer nach Punta Gorda, dort voraussichtlich Unterbringung im neuen Gästehaus der Pfarrei St. Peter Claver. 30.7. Vormittags: Ausschlafen, ankommen, ausruhen, bummeln in Punta Gorda Ab Nachmittag: Begrüßung durch Pfarrer und Jugendgruppe, Einführung, Kennenlernen, erste inhaltliche Programmpunkte. 31.7. Vorträge/Diskussion zu den Themen Belize, Land und Leute, sein Platz in der globalisierten Welt, seine interkulturelle Bevölkerung, soziale, wirtschaftliche, ökologische Probleme, vertiefte Präsentationen zur Maya Kultur. 1.8. Sonntagsgottesdienst in San Pedro Columbia, Ausflug zur Maya-Ruine Lubaantun, Ausflug zur Maya-Ruine Nim-Li Punit, je nach Zeit Besuch und Schwimmen in der Blue Creek Höhle. Abends: Fortführung des Vortrags- und Begegnungsprogramms. 2.8. Vormittags: Fortführung des Vortrags- und Begegnungsprogramms Mittags: Abreise mit den „Marktbussen“ in die jeweiligen Gastdörfer. Im Mittelpunkt des ersten Teils der Exposure steht, dass die Teilnehmer in Gastfamilien mitleben und deren Alltag teilen. Der zweite Teil der Exposure steht im Zeichen von Projekten, d.h. mit der Bevölkerung/der gastgebenden Jugendgruppe, werden gemeinsame Projekte durchgeführt, z.B. Renovation einer Kirche oder Schule oder eine Freizeit für die Schulkinder. 13.8. Rückreise aus den Gastdörfern mit den „Marktbussen“ nach Punta Gorda Bis zum 16.8. Auswertung der gemachten Erfahrungen, das Ziehen von Schlussfolgerungen für den Einzelnen und die Gruppe, bei schönem Wetter bzw. ausreichendem Geld noch ein Ausflug zu den Inseln am Korallenriff zum Schnorcheln. 17.8. Abflug 18.8. Rückkunft in Frankfurt WICHTIG: Dieses Programm kann sich ändern, da bestimmte Elemente noch nicht geplant sind bzw. unter den dortigen Bedingungen nur schwer planbar sind. Nachbereitungstreffen Ein-zwei Monate nach Rückkunft aus Belize treffen sich alle Teilnehmer nochmals in Basel zu einer gemeinsamen Auswertung, um die gemachten Erfahrungen zu vergleichen und zu vertiefen. Sollte es sich während der Auswertung in Belize schon angedeutet haben, wäre dies auch der Ort, wie man die besuchten Familien und Dörfer nochmals von Europa aus eine Unterstützung zukommen lassen könnte. Landesinfos Wer „Belize“ in Google eingibt, bekommt eine Reihe von Informationsmöglichkeiten angeboten. Bei alledem ist wichtig zu bedenken, dass wir uns vornehmlich im Süden des Landes aufhalten. Der Süden von Belize ist äußerst friedlich und harmonisch. In den drei Jahren, die Jörg Alt dort lebte, kam es zu keinen nennenswerten Straftaten, erst recht nicht gegenüber Touristen. Es kam ebenso zu keinen Malariafällen, Prophylaxe ist deshalb nicht nötig. Wer ganz sicher gehen will, kann eine Malaria-Notfallversorgung für den Fall der Fälle mitnehmen. Bis auf zwei Dörfer gibt es gutes Trinkwasser („treated water“), die anderen Dörfer leben von Quellen und Brunnen. Wer dennoch Wasserdesinfektionspillen mitnehmen will, kann dies tun. Wichtig ist ein gutes Sonnenschutzmittel und Insektenschutz. Das Essen ist gut verträglich (alles „Bio-Anbau!“), wenn man mit Chili und scharfen Gewürzen keine Probleme hat. Durchfalltabletten in einem fremden Land sind freilich nie verkehrt. Drei Dinge muss man für diese Reise allerdings zur Kenntnis nehmen: Es ist Hurrikan-Saison, d.h. man muss mit Sturm, starkem Regen und damit verbundenen Einschränkungen und Unbequemlichkeiten rechnen. Es ist sodann ein armer Landesteil: Es gibt keine Elektrizität, WCs und fließendes Wasser (evtl. Problem für Kontaktlinsenträger). Und: Infrastruktur und medizinische Versorgung ist weit unter dem europäischen Standard, wenngleich mittlerweile eine verbesserte Abdeckung mit Telefon- und Handy es erleichtert, (Not-)Hilfe zur organisieren. Wer ist Zielgruppe für diese Reise? Dieses Angebot ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinde Nürnberg und der Universitätsgemeinde Basel. Es richtet sich deshalb primär an Studierende in Deutschland und der Schweiz, prioritär natürlich in Basel und Nürnberg. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich auf das sehr einfache Leben in einem fremden Kontext einlassen. Ebenso ist die Teilnahme an allen drei Elementen der Exposure verpflichtend. Wer damit einverstanden ist, kann sich zunächst schriftlich für eine Teilnahme bewerben. In dieser Bewerbung soll dargelegt werden, wer man ist, warum man sich für die Exposure-Reise interessiert und was man sich von einer Teilnahme erhofft. Überzeugt die Darlegung, erfolgt die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch, welches in der Landessprache von Belize, in Englisch, geführt werden wird, womit auch die Sprachkenntnisse geprüft werden sollen. Sollten mehr Bewerbungen eingehen als Plätze verfügbar sind, werden die Hauptverantwortlichen in Nürnberg und Basel in der zweiten Hälfte des März 2010 auf der Grundlage der Unterlagen und Gespräche eine Auswahl treffen. Dies bedeutet: Eine Bewerbung bedeutet keinen Anspruch auf Teilnahme. Kosten Der Teilnehmer trägt vor allem die Kosten des Flugs, die Kosten innerhalb von Belize (Transfer, Unterbringung, Verpflegung, Ausflugsprogramm) werden weitestmöglich von der Jesuitenmission gesponsert. Freilich: Der Flug in ein dermaßen kleines und vom Weltgeschehen abgeschnittenes Land ist sehr teuer. Das günstigste Angebot, welches wir über eine Gruppenreservierung bekommen haben, lag im Dezember bei 1150 Euro (Flug+Kerosinzuschlag+Steuern). Dieser Preis dürfte sich bis zum definitiven Buchungszeitpunkt nochmals erhöhen, weswegen wir zunächst einen Teilnehmerbeitrag von 1300 Euro erbitten. ABER: Für Teilnehmer, die einen deutschen Wohnsitz haben und die jünger als 26 Jahre sind, sind Reisekostenzuschüsse beantragt. Wie hoch diese ausfallen werden, wird nicht vor Mitte Februar feststehen. Selbst getragen müssen darüber hinaus von den Teilnehmern die Anreise zum und Rückreisekosten vom Frankfurter Flughafen, Reiseversicherungen, eventuell erforderliche Impfungen (mit dem Arzt sprechen!) und die Kosten für das Vor- und Nachbereitungswochenende. Was muss man mitnehmen? Im August ist Regenzeit. Das bedeutet nicht, dass es pausenlos regnet, wohl aber öfters, kurz und heftig. Entsprechend sind Gummistiefel wichtig, ansonsten abwaschbare und leicht trocknende Turnschuhe, Bade- und Gummischlappen. Regencapes sind wenig hilfreich, weil man durch das Schwitzen darunter genauso nass wird, wie wenn man erst gar nichts anhat. Auch die in Europa üblichen Schirme sind angesichts des tropischen Starkregens eher nutzlos. Da von Männern Mitarbeit auf dem Feld und von Frauen Hilfe im Haushalt erwartet wird bzw. während des Projektteils Mithilfe beim Bauen und Streichen, bitte nicht gerade die teuerste Kleidung mitnehmen! Temperaturmäßig kann es heiß und feucht werden, d.h. T-Shirts und leichte Hosen sind meistens ausreichend. Die kältesten Räume werden jene sein, wo Klimaanlagen existieren – davon gibt es allerdings im Zielgebiet unserer Reise recht wenig. Bei den Familien kann man in der dort üblichen Hängematte übernachten. Das ist für einige Stunden ganz nett, aber nicht jeder findet es für eine ganze Nacht bequem. Deshalb auf alle Fälle eine Isomatte/Luftmatratze mitbringen, dazu Schlafsack (bei diesem aufpassen, dass er nicht zu warm ist). Beides kann ggf. auch am Flughafen oder im Guest-House nützlich sein. Ansonsten: Der beste Schutz gegen Insekten und Sonnenbrand ist leichte Kleidung, d.h. je mehr Hautoberfläche bedeckt ist, umso besser. Auch eine Kopfbedeckung mit Krempe ist in diesem Kontext sehr empfehlenswert. Moskitonetze: Wer eines hat, ruhig mitnehmen. Ansonsten kann man billige Netze in Punta Gorda auf dem Markt kaufen. Last not least: Das tägliche Bad findet im örtlichen Fluss statt, die Maya wären durch das Auftauchen von String-Tangas und anderer aufreizenden Wäsche sehr irritiert! Belize im Internet Wenn man auf Google Earth „Punta Gorda, Belize“ eingibt, kann man zunächst deutlich die „Stadt“ sehen, in der wir unsere Exposure beginnen werden (wir wohnen neben den Pfarrhaus, am südlichen Ende, dem Haus, wo die beiden Fotos mit den Namen „Full Moon“ und „Sunrise from Veranda“ aufgeführt sind – das gibt auch schon einen Eindruck von der Aussicht, die wir dort vom Guest-House aus haben werden). Auch einige der Dörfer, in denen die Reise-Teilnehmer wohnen werden, sind deutlich im Grenzstreifen zu Guatemala erkennbar: Machakilha, Dolores, Otoxha und San Benito Poite. Bei den anderen Dörfern ist die Auflösung weniger gut, man sieht zwar die „Dirt Roads“, muss aber dennoch wissen, wo sie liegen (Crique Sarco, Sunday Wood, Corazon Creek, San Lucas und Santa Teresa). Länderinformationen des Auswärtigen Amts: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Belize/Sicherheitshinweise.html (Achtung: Diese Sicherheitshinweise machen mehr Angst als nötig, da wir im Süden des Landes sind und vieles, was auf Belize City und die Touristengebiete zutreffen mag, dort unten keine Gültigkeit hat!). Speziell zum Toledo District: http://www.southernbelize.com/ Und natürlich viele Bilder von Jörg Alt am untersten Ende der Seite http://www.joergalt.de/vortraege/2009.html Weitere Infos Ein Informationsabend zur Reise ist am 16.3.2010 um 19 Uhr in den Räumen der KHG Nürnberg, Königstraße 64. Des weiteren werden die Informationen auf dieser Seite ständig ergänzt und aktualisiert. Bitte zunächst diese Seite studieren und auf Neuigkeiten aufpassen, bevor Sie einen von den nachstehenden Personen anrufen: P. Dr. Jörg Alt SJ Königstraße 64 90402 Nürnberg Tel. 0911 2346-171 Fax 0911 2346-174 Joerg.alt@khg-nuernberg.de
DIESE DATEI WIRD AKTUALISIERT, WENN SICH NEUE INFORMATIONEN ERGEBEN
|
©2009 khg Nürnberg, Stand:
13.01.10
|